Verehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrter Herr Verbandspräsident Zocher, lieber Thilo-Harry Wollenschlaeger,
verehrte Damen und Herren, wer könnte die Exzellenzen namentlich besser und berufener begrüßen, als unser Neuköllner Regierungschef, deshalb will ich es dabei bewenden lassen.
50 Jahre Britzer Baumblüte, 50 Jahre Tradition, 50 Jahre Zusammenarbeit zwischen dem Bürgerverein und den Schaustellern, sind sicherlich ein Anlass zum feiern.
Dennoch und gerade deshalb wollen wir zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung, in einem symbolischen Akt, eines Mannes gedenken, der unabhängig von anderen Verdiensten, die Britzer Baumblüte über einen Zeitraum von rund 35 Jahren mitgestaltet und geprägt hat:
Harry Wollenschlaeger
(Enthüllen des Straßenschildes: Harry Wollenschlaeger Platz)
50. Britzer Baumblüte, ein Anlass zu dem man etwas sagen muss, ich etwas sagen will:
Zuerst will ich an dieser Stelle Danksagen den Britzer Anwohnern, der Albert-Einstein-Schule, dem Polizeirevier 218 (heute Abschnitt 56) und stellvertretend für die Mitarbeiter in der Bezirksverwaltung, den Neuköllner Bürgermeistern von 1951 an: Kurt Exner, Gerhard Lasson, Dr. Heinz Stücklen, Arnulf Kriedner, Frank Bielka, Heinz Buschkowsky, Hans-Dieter Mey, Prof. Bodo Manegold und heute wieder, Heinz Buschkowsky.
1951 In einer Pressemitteilung aus dem Mai 1951 heißt es: "Britz heißt das neue Werder von Westberlin. Baumblütenseeligkeit.. Wenn sie Fremder, zur Zeit der ersten Maientage bis zur Mitte des Monats hin in Berlin weilen, dann schließen sie sich dem Frühlingstaumel der Bewohner dieser Stadt an. Sie werden von Werder gehört haben, wo es jetzt nach östlichen Blüten duftet, was aber einst berühmt war weit und breit, durch einen Schlager von Kollo, zum anderen durch die Pracht seiner unzähligen blühenden Obstbäume. Dorthin fuhren die Berliner, nahmen eine Nase voll vom zarten Hauch der Kirschblüten zu sich."
1953 Im Garten des "Alten Britzer Krug" findet ein Konzert mit dem Britzer Blasorchester statt und in Günter Neumann’s "Insulaner" klagt "Kummer" immer noch über die Kopfschmerzen, die er nicht vom Britzer Obstwein habe, da dieser nicht erhältlich war, sonder von den Ersatzgetränken, die er in Neukölln, Tempelhof und Schöneberg genossen habe.
1954 Dieses Jahr war durch das gute Wetter ein Rekordjahr mit 100.000 Besuchern, nach Schätzung der Polizei. Auf dem damals noch bewirtschafteten Gutshof, war am "Tag der offenen Tür" ein Ansturm auf die Milchhalle zu verzeichnen Darauf weist jedenfalls ein Artikel der Berliner Morgenpost vom 11. Mai 1954 hin: "Muntere Zecher in Britz- Saure Gurken stark gefragt, Tausende kamen zur Baumblüte" Die Blütenstadt Britz war am vergangenen Sonntag das Ziel ungezählter Tausender. Die schmalen Gassen der Siedelung unddie gewundenen Pfade in denkleinen Gartenkolonien vermochten zeitweilig die unübersehbaren Scharen der Ausflügler kaum zu fassen. Dem inständigen Flehen der Britzer hatte Petrus ein williges Ohr geliehen: Die Obstbäume hatten rechtzeitig ihren Blütenschmuck angelegt. Nur die japanische Zierkirsche in der Onkel-Bräsig-Straße hatte es nicht so eilig gehabt, aber auch dort zeigten sich schon die ersten rötlich schimmernden Knospen. Wer wollte konnte in einem "Fliegenden Sonderpostamt" Ansichtskarten mit einem Sonderstempel versehen lassen. Die Führungen der Heimatkundlichen Vereinigung fanden rege Beteiligung. Meist endeten die Spaziergänge auf dem Festplatz in der Parchimer Allee, wo in Weinzelten, an Schieß- und Würfelbuden und Karussells fröhliches Treiben herrschte. Stark gefragt waren die sauren Gurken. Der süffige Obstwein war eben doch stärker, als viele der munteren Zecher geglaubt hatten. Am Hufeisen konzertierte das Britzer Orchester. Die umliegenden Gaststätten waren bis in den Abend hinein überfüllt. "Selbst vom Dachboden musste ich noch Stühle holen" erzählte die Wirtin eines altbekannten Gartenlokals. Auch die BVG ist mit dem Blütensonntag zufrieden. Zwischen dem Hermannplatz und Britz pendelten neun Stunden lang Einsatzwagen, die für den reibungslosen An- und Abtransport der Ausflügler sorgten" (In diesem Jahr werden auch zwei Pfauen auf Vorschlag der HVB, für den Guthof angeschafft. Spender ist der Verlag des "Telegraf" Sie werden am 24. Mai übergeben.)
1955 Die Vereinszeitung vermerkt: "Mit Kälte fing es an, mit Kälte hörte es auf!", die "kalte Sophie" war Schuld daran, dass die in diesem Jahr wiederholte Rundfahrt mit dem "Hermännchen" der Neukölln-Mittenwalder-Kleinbahn durch die Laubenkolonien bei Wind und Regen stattfand. Auch die vom Kunstamt Neukölln am Hufeisen veranstalteten Konzerte mit den "Schöneberger Sängerknaben" und dem Musikverein "Echo 1897" wurden von den Besuchern unterm Regenschirm und bei aufgeschlagenem Kragen wahrgenommen. Eberhard Krupka, vom Sender Freies Berlin, machte Aufnahmen für die Rundfunkhörer. Damit aber nicht nur die zweibeinigen Besucher ihre durstigen Kehlen laben konnten, hatten einige Anwohner in der Onkel-Bräsig-Straße für die vierbeinigen "Wauwaus" Wassertrinkgefäße mit launigen, z. T. bebilderten Einladungen aufgestellt. Zum ersten Mal fand für die Besucher in der Britzer Dorfkirche ein Orgelkonzert statt. - An einer Stelle heißt es in dem Bericht: "viele Besucher wollten wissen, wie die hübschen Bäume in der Onkel-Bräsig-Straße heißen und ob sie Früchte tragen?" Dazu konnte ergänzt werden, dass der Geschäftführer der "Einfa" (Einfamilienhaus-Gesellschaft, einer Tochter der GEHAG), Herr Alois G r o ß, bei der Entstehung der Siedlung der Auffassung war, dass der Außenraum ein gepflegtes Aussehen haben müsse. Eine Rasenfläche erschien ihm zu langweilig. Zunächst entstanden Staudenrabatte. 1927 sorgte er dann dafür, dass die zahlreichen rosa und weiß blühenden Zierkirschen, die er anlässlich eines Besuches der Späth’schen Baumschulen entdeckt hatte, angepflanzt wurden.
1965 Dem Archiv ist zu entnehmen: "Die HVB hatte im Jahre 1951 erstmalig die Berliner Bürger aufgerufen, zur Baumblüte nach Britz zu kommen. Im Laufe der Zeit hat sich das Blütenfest zu einem Volksfest entwickelt, das heute seinen 15. Geburtstag feiert. Zu diesem Geburtstagsfest haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht. Es begann mit einem Antrag einer Schaustellergruppe an das Bezirksamt Neukölln vom 9.3.1965, zur Baumblüte an der Parchimer Allee einige Schaustellergeschäfte zuzulassen und die sich bereit erklären, Platzkonzerte dort zu veranstalten, um den Baumblütengästen etwas zu bieten. Dieser Antrag wurde auch in unserem Namen gestellt, denn wir waren uns immer bewusst, was es bedeutete, dass wir die Stellvertretung für Werder übernehmen mussten. Seit dieser Zeit sind 14 Jahre vergangen und seitdem kommen die Berliner während der Baumblüte zu uns. Dem gemeinsamen Antrag ist vom Bezirksamt Neukölln in großzügiger Weise entsprochen worden. Wir hoffen daher, dass alle Baumblütenbesucher sich bei uns wohlfühlen werden. Bei der Pressekonferenz waren dann auch 13 von 16 eingeladenen Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehanstalten erschienen. Zum ersten Mal spielte auf der Britzer Baumblüte eine Kapelle der US Armee. Vorausgegangen war ein Anschreiben an den General Hay:
Herrn General H a y US-Hauptquartier Berlin Berlin 33 – Dahlem Clay-Allee
Hochverehrter Herr General!
Unsere Vereinigung richtet den vielen Tausenden von Berlinern, die alle Jahre seit der Absperrung von Blütenwerder in der Mark Brandenburg in den Tagen der Baumblüte in unser schönes Britz kommen, um die herrliche Baumblüte in der Onkel-Bräsig-Straße und in den vielen Kleingartenkolonien zu genießen, die Tage der Freude so gut wie möglich aus. So werden nicht nur vom Kunstamt Neukölln Chor- und Blaskonzerte veranstaltet, auch unsere Freunde der Heimat- und Ortskundigen stellen sich für Führungen durch das über 600 Jahre alte Dorf Britz zur Verfügung. Diese Führungen werden in der altehrwürdigen Dorfkirche angeschlossen mit einer kirchenmusikalischen Feierstunde. Aber noch nie hatten wir in Britz – wie bei anderen Volksfesten in anderen Bezirken – das Vergnügen, die Militärmusiker der US-Armee bei uns zu sehen. Wir bitten Sie daher herzlich, dafür eintreten zu wollen, dass auch in Britz einmal in den Genuss eines Konzertes zu den Britzer Baumblütentagen in der Zeit vom 24.4. – 16.5. 1965 kommen, zu dem wir herzlich einladen! In der Hoffnung keine Fehlbitte getan zu haben, verbleiben wir mit den besten Empfehlungen und danken Ihnen im voraus für Ihre Mühewaltung!
Mit vorzüglicher Hochachtung Gez. Lothar Schulz, 1. Vorsitzender
Und sie kamen. Die Kapelle der 298. US-Armee spielte auf. Von "Alte Kameraden" bis "Berliner Luft". Und, sie waren nicht allein gekommen. Viele der 32 Musiker hatten ihre Frauen und Kinder mitgebracht. Harry Wollenschlaeger, der Leiter der Schaustellergruppe ließ es sich nicht nehmen, diese Kinder mit Teddybären und Spielzeugeisenbahnen zu beschenken.
Aus der Presse:
Berliner Morgenpost am 2. 4. 1965 Britzer Baumblüte mit Blasorchestern und bunten Buden Gleich nach Ostern werden die Berliner wieder in Scharen nach Britz pilgern. Mehr Trubel als bisher wird sie diesmal erwarten. Zum ersten Mal hat sich der Schaustellerverband eingeschaltet; er will zwölf Verkaufs- und Vergnügungsstände aufstellen. Für Platzkonzerte sollen vier Blasorchester verpflichtet werden, außerdem wird ein Männerchor mitwirken. In der Onkel-Bräsig-Straße mit den japanischen Kirschbäumen beginnen an den Haupttagen kostenlose Führungen der Heimatkundlichen Vereinigung.
BZ am 6. 4. "In Britz blühn wieder die Hüte - Wir haben die Baumblüte vorverlegt: in der Onkel-Bräsig-Straße in Britz ließen wir Blumenhüte blühen. Indianerjungen blieben stehen, Straßenfeger hörten auf zu kehren, Hausfrauen lagen auf den Fensterbrettern ihrer kleinen schmucken Gartenhäuschen. Das war die Baumblüte in Britz – sie findet immer Zuschauer, auch wenn die Blumen nur auf den Köpfen der Damen blühen". (Dazu 5 Bilder mit adretten Damen, deren Kopfschmuck in der Onkel-Bräsig-Straße aufgenommen wurde.)
Berliner Morgenpost am 23. 4. "Das Blütenmeer lässt noch auf sich warten – morgen beginnen in Britz die festlichen Tage Besser den je sollen sich diesmal die Besucher beim Britzer Baumblütenfest amüsieren. Der Anlass: zum 15. Male nach dem Kriege können die Berliner zum grünen Vorort Neuköllns pilgern. Auftakt ist morgen um 15 Uhr ein gemeinsames Konzert der 298. US-Kapelle und des Britzer Blasorchesters auf dem Festplatz Parchimer Allee"
Telegraf am 23. 4. "Werder-Spezialitäten beim Blütenfest – BRITZER OUVERTÜRE Mit Obstwein und Musike wollen die Berliner die Pracht des Frühlings feiern- Morgen geht’s los… Der Obstwein prickelt in den Flaschen, 600 frisch gescheuerte Gartenstühle warten auf Publikum und Millionen Blüten auf Sonne: Für morgen ist die Ouvertüre zum 15. Britzer Blütenfest vorgesehen. Mehr Schausteller, mehr Veranstaltungen und das so genannte `grüne Blütenfest’, bei dem Knospen und Blüten gleichzeitig aufbrechen werden erwartet. Bei einer guten Mostprobe wurde noch einmal Generalprobe für das Jubiläumsfest der Britzer abgehalten. Das Britzer Blasorchester wird zusammen mit der amerikanischen Army-Band um 15 Uhr auf dem Festplatz in der Parchimer Allee ins Horn stoßen. Als echte "Werder-Spezialitäten" gibt es Stachelbeer-, Hagebutten-, oder Erdbeerwein aus dem Harz zu 0,50 bis 0,60 DM das Gläschen, dazu original Landschinken auf Bauernbrot oder Rostbratwurst.
Tagesspiegel vom 24 .4. "Blasmusik zu knospenden Bäumen Wenn auch von Kirchblüten noch nichts zu sehen ist: in Britz beginnt heute – zumindest unter knospenden Bäumen – das traditionelle Fest der Baumblüte. ……"
1971 Mit Schreiben vom 23. 6. 1970 teilt der Polizeipräsident in Berlin unserem Mitglied Harry Wollenschlaeger, dem Leiter der Schaustellergruppe , bezogen auf den Veranstaltungsort Parchimer Allee mit,: "dass Sie künftig mit einer Erlaubnis für diesen Ort wegen der veränderten Verkehrslage nicht mehr rechnen können und empfehle Ihnen, sich rechtzeitig nach einem anderen Veranstaltungsort zu bemühen (z. B. Wiese nahe des Britzer Gutes)". Verhandlungen mit den Polizeidienststellen, diese Entscheidung rückgängig zu machen, führten zu keinem Erfolg. Ergänzend äußerte sich der Polizeipräsident am 7. 9. 1970 in einem Schreiben an den Bürgerverein:" Die Einrichtung des Vergnügungsplatzes auf dem Mittelstreifen der Parchimer Allee hat zu zahlreichen Beschwerden der Anwohner und zu erheblichen verkehrstechnischen Schwierigkeiten geführt. Die notwendigen Maßnahmen der Verkehrslenkung erfordern einen starken polizeilichen Kräfteeinsatz und die Anwohner werden durch erhöhten Lärm sowie stärkere Luftverschmutzung unzumutbar belästigt!" Bitten, uns die angeblichen Beschwerden von Anwohnern zugänglich zu machen um mit den Beschwerdeführern Gespräche führen zu können wurden weder von der Polizei noch vom Bezirksamt, erfüllt. Der vom Polizeipräsidenten vorgeschlagene Gutspark ist aus technischen Gründen und aus Rücksicht auf Erholungssuchende nicht geeignet. Nach vielen Überlegungen konzentrierte sich das Interesse an einem neuen Festplatz auf die als Sackgasse ausgebildete Parchimer Alle vor der Einmündung in die Fulhamer Allee. Nach Übereinstimmung mit den Polizeidienststellen wurde einem am 4. 2. 1971 an das Bezirksamt gestellten Antrag im Prinzip zugestimmt. Dennoch sind die Stellungnahmen der beteiligten Dienststellen und Ressorts abzuwarten.
Und sie fand statt, die Britzer Baumblüte 1979. In der "Stummelstraße" der Parchimer Allee, vom 17. 4. bis 9. 5., eine den Verkehr nicht beeinträchtigende Vergnügungspromenade, die bei der Gaststätte "Goldelse" von Günter Schmock begann und im "Schwarzwaldhäusle" von Ernst Zocher endete. Wirtschaftsstadtrat Johannes Bünner hatte wohl nicht ganz Unrecht, wenn er auf der Pressekonferenz vom 15. April bemerkte:" weshalb nicht schon immer dort?"
Historisch betrachtet ist der Festplatz fast wieder an die Stelle zurückgekehrt, wo vor 20 Jahren alles begann: an der damals noch bis zum Britzer Damm noch so benannten Parchimer Allee. Die heute vor der Schule endende Sachgasse existierte noch nicht. Auf der jetzigen Grünfläche standen die ersten Schaustellergeschäfte, ein Kinderkarussell, ein Zelt des DRK-Unfalldienstes und entlang der Grünanlage des Gutsparkes, unter den schönen alten Kastanien, standen damals kleine Trink- und Erfrischungsbuden. Nach einem gelungenen Auftakt ist Dank zu sagen, den Beamten des Polizeirevier 218, den uns wohlgesonnenen Dienststellen des Bezirksamtes (es hatte zuvor erheblichen Streit mit dem Tiefbauamt wegen der Aufstellung von Hinweistafeln gegeben), bei den fleißigen Modelbaufliegern und der Dank endet nicht bei dem Hausmeisterehepaar der Albert-Einstein-Schule. Der designierte Bezirksbürgermeister Dr. Heinz Stücklen würdigte in der Bezirksverordnetenversammlung am 26. Mai das Britzer Volksfest und sprach dem Bürgerverein und den Schaustellern seinen Dank aus.
1972 Britzer Baumblütentage vom 22.4. bis 14. 5. Noch immer wird das blühende (wenn es denn blüht) Britz als Ersatz für des verschlossene Werder angenommen. Der Umzug der von Harry Wollenschlaeger angeführten Schaustellergruppe auf den neuen Festplatz hat sich bewährt. Die Mängel des letzten Jahres konnten abgestellt werden. Anlässlich der Pressekonferenz am 20. April hatte Carl-Heinz Hansen musiziert und einen weiteren Vers zu seinem Lied" Wenn in Britz die Bäume blüh’n" vorgestellt:
"Man sagt: der Westberliner kommt über jeden Berg. Bald kommt er auch nach Potsdam, nach Werder und nach Ferch! Mich stör´rn da bloß die Preise Ich weiß, ich bin genau - Für eine Fahrt nach Werder- in Britz ´ne Woche blau!" | 1973 Man konnte auch wieder nach Werder. Die Presse berichtet jedoch von großen Enttäuschungen der Besucher. "Fabrikschlote, Parkplätze und Müllkippen verschandeln die Umgebung. Schlecht ausgebildetes Gaststättenpersonal (Berliner Morgenpost vom 5.5.: "Werder, Wein und ein Hauch Wehmut") Besucher berichteten der Zeitung:" Nie wieder Werder" Ende der 80er Jahre musste die Baumblüte wegen Bauarbeiten verlegt werden und nennt sich vorübergehen Britzer Mühlenfest/Baumblüte in Britz am Buckower Damm. Vom 2. April bis 1.Mai. Zur Tradition der Baumblüte gehört aber auch, dass früher Kinder aus dem Kinderheim Schloß Britz, heute Schülerlotsen und Senioren eingeladen, beköstigt und verwöhnt werden.
Heute nun die 50. Britzer Baumblüte, Anlass für den Vorsitzenden eines Bürgervereins auch an die Mitglieder zu denken, die sich um die Entstehung der Baumblüte verdient gemacht haben und die nicht mehr unter uns weilen können: Gestatten sie mir, einige namentlich zu erwähnen:
Rudolf Anders, Lothar Schulz, Ekkehard Otto, Heinrich Jockers, Ernst Zocher, Wilhelm Wollenschlaeger, Harry Wollenschlaeger. Auch wenn sie sich wundern, dass ich viele Schausteller Namen genannt habe, sie alle waren Mitglieder des Bürgervereins bzw. dessen Vorsitzende.
Der 50. Britzer Baumblüte wünsche ich ein hervorragendes Wetter und den 40 Schaustellern ein gutes Gelingen. Unseren Gästen Stunden der Freude und der Entspannung in unserem schönen Britz. Meinem Freund Thilo-Harry Wollenschlaeger danke ich an dieser Stelle, für die großzügige Ausgestaltung der Eröffnungsveranstaltung, Eingedenk der Tatsache, dass der Euro der Ausgegeben wird, erst einmal verdient werden muss. Lassen sie mich schließen mit einem Zitat meiner Rede aus Anlass der 625 Jahrfeier in Britz: "Wahrlich ein herrlich Fleckchen Erde, unser Britz" |