Aktuelles aus dem Dasein eines Bürgervereins
Werter Besucher dieser Seite, aus gegebenem Anlass fassen wir zum besseren Verständnis, und zur Möglichkeit, sich ein eigenes Bild über die Gedanken und Einstellungen des Bürgervereins zu machen, zwei Reden des Vorsitzenden zusammen. Auf Grund der aktuellen Situation, geprägt von Missverständnissen, aber auch gewollten Fehlinterpretationen, erscheint uns diese Maßnahme als Vorabreaktion erforderlich. Ein ausführlicher Bericht wird im neuen Heimatboten, der wegen des Umzuges der Redaktion, später erscheint, nachzulesen sein.
Volkstrauertag 2007
Von Vaterland und Freiheit O Mensch, du hast ein Vaterland, ein heiliges Land, ein geliebtes Land, eine Erde, wonach deine Sehnsucht ewig dichtet und trachtet. Da ist Freiheit, wo du leben darfst, wie es dem tapferen Herzen gefällt, wo du in den Sitten und Weisen und Gesetzen deiner Väter leben darfst, wo dich beglückt, was schon deinen Ureltervater beglückte, wo keine fremden Henker über dich gebieten und keine fremden Treiber dich treiben, wie man das Vieh mit dem Stecken treibt. (ErnstMoritz Arndt)
Ja, ich habe diese Heimat, wir haben diese Heimat, Ja, ich habe diese Freiheit, wir haben diese Freiheit, diese Freiheit, die es uns erlaubt, nach unserem Glauben zu Leben und so freue ich mich an unserer Seite Herrn Pfarrer Arndt von der Hephatha-Gemeinde zu wissen, diese Freiheit, die es uns erlaubt unsere politische Meinung zu äußern und so freue ich mich, die Vorsitzende der Britzer CDU, Frau Toepfer-Kataw an unserer Seite zu wissen.
Diese Freiheit gab es nicht immer in Deutschland. Als ich geboren wurde gab es diese nicht. Als meine Kinder geboren wurden gab es diese im damals anderen Teil von Deutschland nicht, und es gibt diese Freiheit in vielen Teilen unserer Welt auch heute nicht. Und, so lange es diese Freiheit nicht weltweit gibt, solange gehört es zu unserer Pflicht, den Opfern der Kriege und jeglicher Gewaltherrschaft zu gedenken.
Die Opfer mahnen uns, nicht zu Vergessen, wie es leider bei den Toten der innerdeutschen Grenze schnell geschehen ist, die Opfer mahnen uns, für unsere Freiheit, aber auch für die Freiheit anderer einzutreten.
Und so wollen wir derer Gedenken, die zu Opfern wurden, weil sie für unsere Freiheit eintraten, wie die Piloten der Luftbrücke, wie den Toten vom 17. Juni 1953, aber wir wollen auch derer Gedenken, die im Namen Deutschlands zu Tode gekommen sind, wie den Kriegsopfern des 2. Weltkrieges, den in Lagern Geschundenen und Ermordeten. Wir wollen nicht Schuld zu weisen oder Aufrechnen, wir wollen den Opfern gedenken, denn jedes Opfer ist eins zu viel und wir wollen, wenn wir ihrer gedenken, dafür eintreten, dass es keine neuen Opfer mehr gibt. Ich bin in die Geschichte des Bürgervereins eingetaucht und möchte abschließend aus einem Aufruf zum 17. November 1957, also genau vor 50 Jahren zitieren:
"Wie alljährlich, so ruft auch in diesem Jahr die 'Heimatkundliche Vereinigung' alle Britzer Einwohner zum Gedenken der Kriegsopfer und Versehrten auf. Wir lebenden Menschen aller Völker haben die Pflicht und Aufgabe dafür zu sorgen, daß nie wieder ein Krieg Trauer und Unglück über die Menschheit bringt. Unter diesem Motto rufen wir alle zur Teilnahme auf und erwarten Ihre Pflichterfüllung. Die Feierstunde findet am 17. November 1957 um 14.oo Uhr am Ehrenmal am Fennpfuhl statt."
Wobei ich hinzufügen möchte, das Gedenken der Opfer der Kriege und jeglicher Gewaltherrschaft, ist für den Bürgerverein keine Pflichterfüllung, es ist uns ein Bedürfnis.
Neujahrsempfang 2008
Ich heiße sie im Namen des Bürgerverein Berlin-Britz e.V. verehrte Damen und Herren, werte Gäste und liebe Mitglieder herzlich zu unserem Neujahrsempfang 2008 willkommen.
Der Bürgerverein wünscht ihnen allen Gesundheit, Kraft und Lebensfreude und ein erfolgreiches Jahr 2008. Gestatten sie mir, bevor ich einige kurze Ausführungen mache, unsere Ehrengäste namentlich zu begrüßen:
An der Spitze der Neuköllner Administration, ich will sie aus protokollarischen Gründen in einem Atemzug nennen, begrüße ich die Vorsteherin der Neuköllner BVV, Frau Hannelore Schlottman und den Bürgermeister, Herrn Heinz Buschkowsky, ich darf weiterhin begrüßen, die stellv. Bürgermeisterin und Stadträtin, Frau Stefanie Vogelsang sowie Herrn Stadtrat Wolfgang Schimmang, für die F.D.P. Fraktion in der BVV darf ich deren Vorsitzenden, Herrn Andreas Lück begrüßen.
Ich freue mich den Vorsitzenden des Rudower Heimatvereins, Herrn Manfred Ziemer, dies trifft auch auf die beiden Angehörigen des ehemaligen Vereins Britzer Grundbesitzer, Frau Nowack-Teichs und Herrn Kaiser zu, und nicht zuletzt die Vorsitzende der CDU Britz, Frau Sabine Toepfer-Kataw.
Grüße darf ich übermitteln von den Herrn Stadträten, Michael Büge und Thomas Blesing, dem Vorsitzenden des Berliner Schaustellerverbandes, Herrn Peter Zocher und unserem Ehrenmitglied Manfred Bartz, sie alle sind aus terminlichen Gründen verhindert, hier anwesend zu sein.
Sie werden festgestellt haben, dass neben unserer Traditionsfahne, eine weitere Traditionsfahne aufgestellt ist. Es ist nun nicht so, dass wir uns mit fremden Federn schmücken wollen, sondern diese Tatsache hat einen in der Sache banalen Hintergrund. Am 3.Dezember 1885, also noch 5 Jahre vor unserer Gründung, trafen sich 40 Herren in einem Lokal in der Wederstraße und gründeten den Verein "Selbsthilfe zu Neu-Britz". Anlaß war, wie auch unserer Gründungsgrund, dass sich diese Herrn, wenn auch aus Gründen, die sich von unseren unterschieden haben, von der Gemeinde Britz, aber auch von Rixdorf nicht ausreichend vertreten gefühlt haben. Vorsitzender wurde damals Carl Wagner, der spätere Gemeindevorsteher von Britz. Am 3. Februar 1887 änderte der Verein seinen Namen in "Vereinder Grundbesitzer und Bewohner von Britz".
Dieser Verein hat sich dann, ähnlich unserer Geschichte, am 24. Juni 1947 als "Grundbesitzer Berlin-Britz e.V." neugegründet. Der Grundbesitzerverein hat sich nach einem rund 120-jährigen Bestehen aufgelöst.
Dank der Vermittlung von Frau Nowack-Teichs, der Tochter unserer unvergessenen Hilde Nowack und Herrn Kaiser ist es mir gelungen, einen Teil des Archivs für unseren Verein zu übernehmen. Ausschlaggebend war dafür zum Teil die Verbundenheit beider Vereine, denn bereits 1896 haben beide Vereine in einer gemeinsamen Aktion mit einem Bestand von rund 600 Büchern, die erste öffentliche Bibliothek in Britz eingerichtet, und die Zusage als Vorsitzender des Bürgervereins, aber auch als Person, dieses Erbe pfleglich zu behandeln und in Ehren zu halten. An diese Zusage will ich mich als derzeitiger Vorsitzender, aber auch als Person darüber hinaus gern gebunden fühlen.
Verehrte Damen und Herren,
sie sind Gäste eines der ältesten Bürgervereine unserer Republik. Unsere Gründungsväter haben 1890 bewusst einen Bürgerverein und keinen Heimatverein gegründet. Ohne die Tätigkeiten von Heimatvereinen schmälern zu wollen, richtet sich mein Appell an die Vertreter des Bezirkes, doch künftig den Verein auch als Bürgerverein zu benennen und nicht, wie selbst in Beantwortung großer Anfragen, aber auch in Anträgen unterschiedlicher Parteien, als Heimatverein zu bezeichnen.
Ein Herr Müller hat schließlich auch ein Anrecht, mit Herr Müller und nicht mit Herr Schulz angesprochen zu werden. Bei ihren Ausführungen zur Umgestaltung des Gutsgeländes, von dem ja auch der Bürgerverein betroffen ist, hatten sie, verehrter Herr Bürgermeister, in einem Punkt sicherlich Recht.
"Wenn jetzt nichts geschieht, bleibt nur Einzäunen und zu sehen wie das Gutsgelände verfällt."
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei all denen Anwesenden entschuldigen, die von mir aus gesehen, vor der gelben Linie sitzen. Sie würden künftig vor der Tür sitzen, da die gelbe Linie den künftigen Veranstaltungsraum des Bürgervereins mit einer Fläche von 41 qm markiert.
Dies wird aber nicht nur ein Problem aus Anlass des Neujahrsempfangs, sondern auch dann, wenn uns Schulklassen oder die Behinderten Werkstätten aus der Grenzallee besuchen um sich über die Geschichte von Britz zu informieren. Von der Verwirklichung der Pläne des Bürgervereins, Britzer Senioren kostenlos in die Geheimnisse des Computers einzuweihen, die Geräte stehen ja im Raum über diesem, will ich hier gar nicht mehr sprechen.
Natürlich geht der Bürgerverein davon aus, dass sich das Entgelt für die neuen Räumlichkeiten erheblich verringert. Den inzwischen auf 600 Euro angewachsenen Betrag hat ja der Bürgerverein monatlich überwiesen. Nun, der Bürgerverein hat zwei Weltkriege, unterschiedliche Anfeindungen, wechselnde Tagesorte und viele andere Probleme überstanden.
Will sagen, um seine Zukunft ist mir nicht bange, auch wenn "der Prophet im eigenen Land am wenigsten Beachtung findet". Der Bürgerverein ist ja in die Beratungen zur Umgestaltung des Gutsgeländes nur am Rande einbezogen worden.
Er hätte sicherlich empfohlen, an Stelle eines "winterharten Streichel-Zoos", der in der Sache den Plänen bezüglich der Hasenheide, Konkurrenz macht, sich auf die Geschichte von Britz zu besinnen und wenigstens auf einem kleinen Teil des Geländes Rosen zu züchten.
Erst vor wenigen Wochen hat ja eine bekannte Rosenzüchterin verfallene Gewächshäuser in der Nähe des Botanischen Gartens übernommen.
Vielleicht ist ja Neukölln räumlich Nahe, aber sonst weit von Britz entfernt?
Denn erinnern wir uns: Britz war durch seine Rosenzuchten weltbekannt. 1910 bzw. 1911 das 1. Rosenfest und eine Rosenausstellung, die weltweit Beachtung gefunden hat und nicht zuletzt gar die Kaiserin veranlasste Britz zu besuchen. Ganz zu Schweigen, von der Tatsache, dass selbst der Zar Rosen aus Britz bestellte. Vielleicht würde ja Herr Putin ein Gleiches tun?
Man hätte sich auch an den Weinanbau im heutigen Akkazienwäldchen in der Blaschkoallee erinnern können. Doch es ist heute nicht der Tag für einen geschichtlichen Rückblick, zudem sind die Würfel ja bereits gefallen.
Sie verehrter Herr Bürgermeister müssen sicherlich das "Ganze" im Auge haben, wir nur einen Teilbereich. Aber auch das ist sicherlich zulässig.
In nahezu jeder Stadt, jedem Ort ist das örtliche Museum etwa 10 Minuten Fußweg vom Rathaus entfernt. Glauben sie, ich würde aus Ulm kommen, eine andere Stadt ist mit gerade nicht eingefallen, mir das Neuköllner Rathaus ansehen, weil der Bürgermeister so oft im Fernsehen zu sehen war, und dann als Ortsfremder 5 U-Bahnstationen fahren um zum Neukölln-Museum zu gelangen. Als Ulmer fahre ich 5 Stationen in die andere Richtung und steige am Alex aus.
Lassen sie mich abschließend ankündigen, daß der Bürgerverein beabsichtigt, einen Antrag an das Bezirksamt bzw.die BVV zu richten, den Festplatz der Britzer Baumblüte, aus Anlass der 55. Britzer Baumblüte, im Jahr 2009 in Harry Wollenschlaeger Platz zu benennen. Eine Außenwirkung für Anwohner entsteht dadurch nicht.
Auf die Verdienste von Harry Wollenschlaeger will ich hier jetzt nicht eingehen. Es gibt vergleichsweise mindestens 5 Plätze in Neukölln wo eine Benennung, ohne die Anwohner zu treffen, erfolgt ist.
Wir werden sehen, was das neue Jahr uns allen bringt.
Ich jedenfalls hoffe, nur Gutes und bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit
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